Sonntag, 3. Juni 2007

Hochzeit (Malaiisch) - Samstag





Am darauffolgenden Morgen fahren wir zu dem Haus in Cheras, an dem wir vor einer Woche ein Vordach installiert haben. Angekommen gibt es im Haus Nasi Lemak zum Fruehstueck. Nasi Lemak ist das Standard-Fruehstueck fuer ein Grossteil der Malaien und wird deshalb auch an meiner Schule angeboten. Nasi Lemak (Reis fettig) besteht aus oeligen Reis mit leichtem Kokos-Geschmack, geroesteten Erdnuessen, einem hartgekochten Ei, Gurkenscheiben und Ikan Bilis (winzige salzige Fische). Dazu isst man entweder ein Spiegelei oder gebratenes Huehnchen. Von den angebotenen Portionen fuer ca. 20 Eurocent, 40 Eurocent (Spiegelei) und 60 Eurocent (Huehnchen) wird man satt.

Immer mehr Leute kommen zum Haus. Dann fahren wir in vielen Autos zur Hochzeitsfeier, am gleichen Ort wie am Vortag.

Dort betreten wir (Verwandte/Bekannte des Braeutigams) und andere Verwandte des Braeutigams ein Haus neben der Zeltreihe. Im Wohnzimmer muessen wir noch ca. Eine halbe Stunde warten, weil dann erst die Zeremonie beginnen kann. Die Zeit vergeht schnell, da ich mit mehreren Leuten rede. Draussen formiert sich eine Gruppe Jugendlicher mit Trommeln in verschiedenen Groessen. Ploetzlich erheben sich alle und wir warten eine Weile auf der staubigen Strasse, bevor sich der Menschenzug mit dem Brautigam an der Spitze in Bewegung setzt.

Wir drehen eine Runde um den Haeuserblock, da sich das Blumentor am anderen Ende der Zelte befindet.

Unter dem Blumentor wartet die Braut. Eine aeltere Frau schiebt zwei verwirrt wirkend kleine Kinder vor die Braut. Die drei gehen langsam auf den Brautigam zu. Sie halten Haende, was ich bei malaiischen Geliebten/Verheirateten noch nie gesehen habe.

Das Brautpaar und die kleinen Kinder verweilen ein paar Minuten, damit man Fotos machen kann.

Dann gehen sie gemeinsam ins Haus und setzten sich in die Hochzeitssessel. Ich folge ihnen naetuerlich. Vor den Sesseln ist ein Dreiarm aufgestellt, in dessen drei Schalen sich Grass und Blueten, Wasser und Reis befinden.

Die Zeremonie Bersanding faengt an. Die Verheirateten platzieren zwei kleine Kissen auf ihren Schoss (gibts einen Plural von Schoss?). Nun kommen nacheinander die engsten Verwandten und dannn Bekannte und fuehren die gleiche Prozedur durch. Braut und Braeutigam legen ihre Haende, mit den Handflaechen nach oben offen, auf die Kissen. Der Verwandte/Bekannte streut Grass, Blueten und Reis in jede Hand und troepfelt ein bischen Wasser hinein. Dann laesst das Brautpaar den Inhalt der Haende schnell auf die Kissen fallen und reicht die Haende. Dabei gilt fast immer die gleiche Regel: 1. Wenn die Person aelter ist als der Braeutigam/die Braut, reichen beide die Haende. 2. Wenn die Person juenger ist, reicht dieser nur der gleichgeschlechtliche Person des Brautpaars die Hanede und nickt dem anderen nur zu. Sobald die Person weggetreten ist und ein kleines Geschenk erhalten hat, wischen die beiden engsten Freunde, die neben dem Brautpaar stehen, die Kissen ab.

Ploetzlich werde ich aufgefordert, ebenfalls nach vorne zu gehen und das „Ritual“ durchzufuehren, was ich dann auch mache.

Danach duerfen weitere Fotos geschossen werden, bevor sich das Haus leert und unter den Zelten gegessen wird.

Frauen gehen herum und verteilen kleine und grosse Geschenke. Es werden sehr gerne gekochte Eier verschenkt. Ich habevergessen zu fragen warum das so ist. Aliza erklaehrt mir, dass diese Heirat definitif kostspielig und verlustreich ist.

Nach dem Essen, fahren wir zu einer weiteren Hochzeit, bleiben dort aber nur eine kurze Weile.

Obwohl ich sehr muede bin, gucke ich mir das Fussballspiel Deutschland – San Marino im Fernsehen an, in der Hoffnung wieder viele Tore zu sehen. Dieses Verlangen wird leider erst spaet befriedigt.

1 Kommentar:

Hans-Dieter hat gesagt…

Echt guter Bericht. Sudah hampir masuk Melayu!