Samstag, 30. Juni 2007

Hochzeit (Malaiisch) – KL




Am 16. Juni fahren wir abends gemeinsam zum Ballsaal in KL, in dem am darauffolgenden Tag eine weitere Hochzeitsfeier, des Verwandten von Aliza, stattfinden soll.

Die Hochzeitsfeier wird von Seiten des Braeutigams organisiert. Deshalb muessen wir diesmal mit anpacken. Da das Elternhaus des Braeutigams und die Umgebung dort keine Feier zulassen, muss die Zeremonie in einem gemieteten Saal abgehalten werden.

Mehrere mir bereits bekannte Verwandte haben sich in eben diesem Saal eingefunden. Wir beginnen, den grossen, feinen Saal zu dekorieren und herzurichten. Nachdem ich ungefaehr zehn restliche Tische aufgebaut habe, fange ich an die Stuehle der Gaeste (Verwandte der Braut) mit Bezuegen zu beziehen und goldene Schleifen um die Stuhllehnen zu binden. Fuer alle Stuehle haben wir nicht genug Ueberzuege.

Schliesslich ist der Saal fast fertig fuer die erwarteten 1000 Gaeste. Wir machen uns auf den Weg und kaufen den beliebtesten Nasi Lemak der Stadt in Nord-KL ein. Nasi Lemak ist ein malaysisches Nationalgericht (habe ich glaube ich schon einmal beschrieben).

Am darauffolgenden Sonntagmorgen treffen wir um ca. 1000 Uhr morgens am Rumah Sejarah (Haus mit dem Saal) ein. Ich trage dieses Mal ein weisses Baju Melayu, welches mir deutlich besser gefaellt, als das braune. Einige Verwandte beschliessen, dass ich einer der Schirmtraeger sein soll, wenn das Brautpaar ankommt und zum Hochzeichtssaal hochgeht. Ich willige ein und klaehre ein paar Fragen.

Das Auto des Brautpaares faehrt vor. Dem Brautigam wird klar gemacht, dass zunaechst aus allen moeglichen Positionen Fotos gemacht werden muessen, bevor beide aussteigen. Dazu wird das Fenster heruntergelassen, der Vordersitz umgeklappt und nach vorne verschoben. Dann beginnt die Musikgruppe zu spielen und das Brautpaar entsteigt ihrem Gefaehrt. Ich muss langsam gehen, da bis zum Aufzug die Band mindestens zwei Songs spielen muss.

Dann quetsche ich mich mit dem Brautpaar und einigen anderen in den kleinen Aufzug. Das Publikum begibt sich bereits zu den Treppenhaeusern, als ein Alarmton in unserem Aufzug ertoent. Ein Rotes Signal mit der Aufschrift „Overloaded“ blinkt auf. Zwei Freunde verlassen den Lift. Oben angekommen, betreten wir den ueberfuellten Saal und schreiten gemaechlich auf das Podest mit den Sesseln zu.

Heute traegt das Brautpaar Gruen. Ich beginne zu rechnen und finde schliesslich heraus, dass ich das Brautpaar bereits in vier andersfarbigen Heiratsgewaendern gesehen habe.

Wie ueblich bei Heiratsfeiern gibt es Bersanding und eine grosse Festtafel fuer das Brautpaar und die engsten Verwandten. Dazu hat Busu eine grosse Torte aus gelbem Kokos-Reis hergestellt. Das Brautpaar wird unablaesslich von drei Kameraleuten begleitet.

Ich gehe von Tisch zu Tisch, rede mit Bekannten und Unbekannten, esse ein wenig und schiesse ab und zu Fotos. Ich bin dieses Mal nicht der einzige Weisse. Eine nahe Verwandte hat vor drei Jahren in M’sia einen Kanadier geheiratet. Er ist Suedostasien-Chef des Technik-Konzern Lokheed-Martin. Malaiisch kann er nicht sprechen.

Gegen Abend leert sich der Saal und wir beginnen mit den Aufraeumarbeiten, die sich bis in die Nacht hinziehen. Der Brautigam hat mich zum Futsal-Spielen am naechsten Tag eingeladen. Ich freue mich schon darauf und organisiere fuer mich Transport dorthin.

Krank

Nach dem Indonesienurlaub bin ich noch mehrere Tage krank. Ich habe Durchfall und ueberhaupt keinen Hunger. Am Montag und Dienstag gehe ich nicht in die Schule. Der Arzt stellt am Mittwoch fest dass meine Verdauung eine Mahlzeit nicht verdauen konnte. Ich denke mal dass die vielen schlechten Faktoren (heiss, schlechte Luft, viel gegessen, davor sehr viele unbekannte Gerichte probiert) in Jakarta zu diesem Zustand fuehrten.

Mir werden viele Tabletten verschrieben und ich nehme morgens, mittags und abends rund zehn Pillen ein. Am Ende der Woche geht es mir schon viel besser.

Freitag, 15. Juni 2007

Indonesien – Sonntag – Jakarta/ Blok M/ Pelabuhan Sunda Kelapa





Ich wache mit leichter Uebelkeit auf. Mir ist klar, dass wie so oft, ich gestern mit dem essen voellig uebertrieben habe. Jetzt auf keinen Fall fruehstuecken.

Ich surfe kurz im Internet, um ein paar Sehenswuerdigkeiten, die mich interessieren, ausfindeg zu machen. Denn auf meine Anfrage, haben Sarodin & Co. Nur die Schultern gezuckt und meinten Jakarta sei langweilig. In Hinsicht auf Stau (dafuer ist Jakarta weltweit beruehmt) plane ich optimistisch und entscheide mich fuer drei Stationen: Das 132 hohe Nationaldenkmal, der alte Sunda Kelapa-Hafen im Norden, sowie Blok M, das groesste Einkaufszentrum in Indonesien.

Es ist bruellend heiss. Trotz leichten Bauchschmerzen laufe ich in der prallen Sonne ueber den Merdeka-Platz auf das Nationalmonument zu. Schon von weitem sehe ich eine lange Warteschlage. Es ist viel los, da eine Partei eine Veranstaltung auf dem Platz abhaelt.

Wir beschliessen es spaeter noch einmal zu versuchen, falls wir noch Zeit haben. Ich denke, dass es vielleicht doch nicht so ein dolles Erlebnis gewesen waere. Der Turm ist kleiner als alle umliegenden Bankengebaeude.

Jedefalls rollen wir jetzt dem Hafen entgegen. Dort soll es die gleichen Phinisi-Boote geben, wie in Makassar. Wir fahren auch durch die Altstadt Batavia mit ihren alten Lagerhaeusern aus Kolonialzeit.

Mir gefaellt der Hafen. Ich laufe den ganzen Kai entlang. Die anderen bleiben im klimatisierten Auto. Schiffe werden be- und entladen und ausgebessert. Hauefig bedeuten mir Fischer aufs Schiff zu kommen. Sie sagen ich koennte dort fuer ein wenig Geld (horrende Summen) mich umsehen.

Meine Bauchschmerzen werden immer schlimmer. Wir fahren zu Blok M, einem der ersten Hyper-Shopping-Centers. Es ist riesig, aber nicht schoen. Die Souvenirauswahl ist zu riesig. Wir gehen essen, das heisst die anderen essen, ich kann nicht.

Am nachmittag fahren wir zum Flughafen. Auf dem weg dorthin, kauft sich Sarodin noch einige Spezialitaeten und ich bezweifele mittlerweile, ob wir mit 12 gepaeckstuecken einchecken duerfen.

Ich suche unseren Flug auf dem flimmernden Bildschirm. Dort: QZ548 Kuala Lumpur Open Cancelled. Unser Flug ist also gecancelled. Aber wir bekommen freundlicherweise Boardkarten fuer den Flieger drei Stunden spaeter.

Mir ist so schlecht, dass ich nur noch sitzen kann. Auf dem Steinboden im Piergebaeude schlafe ich ein. Obwohl ich will, kann ich mich nicht uebergeben. Auch den Flug schlafe ich durch. Zu Hause begruessen uns die Oma und Mbak.

Es war ein ganz toller Urlaub mit vielen Erlebnissen. Von Jakarta haette ich gerne mehr gesehen, aber meine Eltern sagen ich hatte Glueck. Am Sonntag war dort kein Stau. Ich freue mich auf weitere Ausfluege mit meiner malaysischen Familie.