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Donnerstag, 17. Januar 2008

Rueckflug


Mein Rueckflug verlief voellig ohne Schwierigkeiten. Zwar haette ich noch viel mehr als meine insgesamt 33 Kg Gepaeck mitnehmen koennen, aber ich hatte alles Nutzlose im Haus gelassen, mit dem sicheren Gefuehl, bald wieder nach Malaysia zu kommen.

Der letzte Tag war auch richtig schoen. Feunde sind mit mir noch einmal ausgegangen, zum Abendesse habe ich Nasi Lemak gewuenscht. Ich habe die letzten Reste der uebriggebliebenen Durians gegessen und schliesslich kam sogar ein Freund aus Sepang zum Flughafen, um sich von mir zu verabschieden. Es waren sehr vieler AFSer anwesend, auch einige Schueler vom Sommer-Batch.

Bis Dubai waren Muesluem, Lars und ich im selben Flugzeug, aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten flog ich in einem Flieger der Fluggesellschaft Emirates einige Studen frueher, als meine Begleiter ab.

Vor der Zollkontrolle in Frankfurt bekam ich voruebergehend ein mulmiges Gefuehl. Falls der Beamte meine Koffer durchsuchen haette, wuerden rund fuenf Kilogramm malaysische Essenszutaten konfesziert werden. So kam es aber nicht. Alles lief glatt und alle Angestellten kamen mir freundlich vor. Mein erster Eindruck von Deutschland nach einem Jahr Abstinenz war, dass es hier super sauber und geornet aussieht. Auch mal schoen nach einem Jahr buntem Chaos oder?

Dienstag, 15. Januar 2008

Putra LRT




Vor einigen Tagen besuchten uns Freunde von Aliza. Der Mann arbeitet bei der Stadtbahn Putra LRT. Er wusste schnell, dass ich mich fuer Technik interessiere und lud mich ein, mit ihm ins Kontrollzentrum zu gehen.

Gestern Abend bin ich dann zum Kontrollzentrum der Putra LRT in Kelana Jaya gefahren. Ich benutze diese Stadtbahnlinie mehrmals woechentlich. Sie ist das laengste fahrerlose Stadtbahnsystem der Welt. Alle Zuege werden vom Kontrollzentrum, wo ich bin gesteuert. Und so kam es dann: Mittlerweile ist es schon 2330 Uhr und nach und nach werden die letzten Zuege aus dem Verkehr gezogen.

Mein Freund zeigt mir auf einem der vielen Bildschirme, wie ich einen der Zuege von einem Ort zu eiem anderen dirigiere. Es ist imposant, wie leicht es ist die riesigen Zuege von hier nach dort zu steuern. Sobald ich einen Befehl eingegeben habe, schaue ich auf einen anderen Bildschirm und steuere mit einem Joystick eine Ueberwachungskamera auf dem Gleisvorfeld. Nun habe ich die Tricks raus und lasse die Zuege immer weitere Strecken fahren, spreche in das Mikrofon sodass meine Ansage im Zug ertoent. Dann lege ich richtig los. Ich steuere Ueberwachungskameras in Tunnels, oeffne voruebergehen eigentlich bereits geschlossene Stationen, verlaengere die Standzeiten an den Haltestellen und kontrolliere Geschwindigkeiten.

Waehrenddessen unterhalte ich mich auch mit den Diensthabenden ueber alle moeglichen Themen. Dabei frage ich auch wie viele Menschen sich schon auf den Gleisen umgebracht haben, denn in Deutschland kommt dies leider fast alltaeglich vor. Ich staune als man mir antwortet, dass es erst zwei Suizidversuche gegeben hat. Schon wieder lerne ich etwas: Die Religion Islam verbietet strikt, sich selbst umzubringen. Weiterhin sagt ein Mann mir, dass die muslimischen Extremisten eigentlich gegen Grundprinzipien ihrer eigenen Religion verstossen. Doch Islam ist nicht der einzige Grund. Die beiden einzigen Selbstmordversuche endeten ohne Tote oder Verletzte, da auf den Gleisen in den Bahnhoefen Sensoren eingebaut sind, die die Zuege anhalten, falls eine Person auf das Gleis faellt.

Es war klasse, die U-Bahn KLs zu steuern. Nun ist es schon 0200 Uhr morgens und wir sitzen im Mamak’s Restaurant. Dann werde ich nach Hause gefahren.

Montag, 14. Januar 2008

Abschiedsfeiern



Ich erlebe wunderschoene letzte Tage in Malaysia. Meine Freunde laden mich zum Essen ein und wir haengen, wie gewoehlich im Mamak’s herum und schauen uns EPL-Spiele an. Vorgestern bin ich mit einer Klassenkameradin und ihrer Familie zu einer Filiale der Restaurantkette ihres Vaters gegangen. Ich liess sie mein Abendessen auswaehlen und genoss leckere Speisen auf meinem Bananenblatt. Sie sagten mir, dass ich mein Bananenblatt von oben nach unten falten muss, um zu zeigen, dass es mir geschmeckt hat und ich wiederkommen moechte. Andersherum hiesse es, dass das Essen nicht gut war.

Gestern veranstalteten wir dann doch noch eine Abschiedsfeier, die gleichzeitig auch die Geburtstagsfeier meiner Gastmutter war. Nur Orang Masjid (Verwandte und enge Bekannte) waren eingeladen. Ich habe mich riesig gefreut noch einmal alle zu sehen und mit jedem zu sprechen koennen. Am Morgen hatte ich in der Kueche geholfen das Essen zuzubereiten und dabei gelernt, wie man Nasi Lemak kocht und Sambal herstellt. Leider musste ich dabei feststellen, dass einige der Zutaten in Deutschland warscheinlich sehr schwer zu bekommen sein werden. Auch hier bekam ich wieder ein paar Geschenke.

Heute Abend bin ich zu Kaffee und Kuchen in einem Cafe eingeladen.

Mittwoch, 9. Januar 2008

Abschiedszeit


So langsam faengt die Zeit an, Abschied von Malaysia und meinen Freunden und “Verwandten” hier zu nehmen. Viele der Leute die ich waehrend diesem Jahr kennen gelernt habe, haben bekannt gegeben, dass sie vorbei kommen wollen. Das Haus wird die naechsten Tage voll sein.

Ab und zu gehe ich mit Freunden nach KL und wir streifen durch unsere Lieblingsgegenden und esse in unseren Lieblingslokalen. Ich fuehre interessante Gespraeche mit Einheimischen ueber alle moeglichen Themen. Es macht Spass und manchmal wird man kurz traurig, wenn man daran denkt all diese schoenen Dinge und die Menschen zuruecklassen zu muessen. Anderseits freue ich mich auch riesig auf Deutschland. Ganz ehrlich. Ich freue mich, meine Familie und meine Freunde wieder zu sehen. Ich freue mich darauf im Aldi einkaufen zu gehen und ich freue mich darauf deutsche Comedy-Shows im Fernsehen zu sehen.

Ich habe mir uebrigens gestern meinen Kopf rasieren lassen und laufe nun mit Glatze herum. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und habe im Zusammenhang mit Glatze sogar noch viel dazu gelernt. Auf der Hadsch lassen sich viele Maenner rasieren, um symbolisch sich von den Suenden, dem Dreckigen zu entledigen. Ausserdem gibt es in Malaysia eine Tradition, dass wenn etwas nicht klappt, man sich die Haare rasieren laesst. Wenn man zum Beispiel keine Kinder bekommt oder dauernd in einer Pruefung durchfaellt. Deshalb fragte der Frisoer gleich, was den schieflaufe in meinem Leben. Ich habe die Gelegenheit genutzt ir hier eine Glatze schneiden zu lassen, da man in Deutschland schnell als Neonazi abgestempelt werden wuerde. Hier dagegen wird es ganz anders und zwar positiv aufgenommen.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Malaysisches Weihnachten



Es ist Mittag. Die Sonne steht am hoechsten. Gerade ist Aliza mit Sophia zurueck gekommen. Sie haben Schulen besucht, wo Sophia ab kommenden Januar lernen koennte. Nun bricht sie mit Danial und Yasmin auf, um vermutlich Geschenke zu kaufen, denn Yasmin machte mir klar, dass ich nicht mitkommen duerfe.

Am Nachmittag suche ich im Internet Weihnachtslieder zusammen und hoere sie mir auch an, denn die Melodien habe ich zum Teil schon Vergessen. Dann drucke ich die Liedertexte oder Teile davon aus. Schade, wie schon mehrere Tage lang, hat es angefangen heftig zu regnen und deshalb kann ich nicht Fussball spielen. Das Haus ist ruhig, denn Sophia schlaeft und die anderen beiden sind noch immer unterwegs. Sarodin arbeitet. Heiligabend ist hier kein gesetzlicher Feiertag. Ich packe die letzten Geschenke ein. Die letzten Naechte bin ich immer erst um 2 oder 3 Uhr morgens ins Bett gekommen, da ich an einem Fotoalbum gearbeitet habe.

Jetzt ist es bereits 1900 Uhr abends. Das Haus ist erfuellt vom Duft des Biryani-Reis, den wir heute Abend essen werden. Ich wecke Sophia vorsichtig auf. Sie hoert erst auf zu noergeln, als ich Suessigkeiten erwaehne und sie bitte mir zu helfen den Weihnachtsbaum aufzubauen. Ich habe das kleine weisse Plastikbaeumchen vor ein paar Tage gekauft und auch noch Dekoration gefunden. Das Ergebnis ist klein aber fein. Leider habe ich keine preiswerte oder der Groesse entsprechende Lichterkette gefunden.

Sophia ist hellwach, als wir die Plaezschenteller zubereiten. Statt Plaetzschen legen wir Kekse, Mentos, Erdnuesse und Jelly auf die Teller. Da geht auch schon die Tuer auf und Danial blickt mir in die Augen und schliesst die Tuer sofort wieder. Yasmin kreischt, dass ich in mein Zimmer gehen soll. Alle duschen sich, dann legen alle ihre Geschenke unter bzw. eigentlich neben die Weihnachtsbaummineatur. Sarodin moechte anfangen zu essen, doch ich sage ihm, dass wir zuerst die Bescherung abhalten muessen. Alle versammeln sich im Wohnzimmer vor dem Klavier. Ich verteile Weihnachtsmuetzen an alle, fuer die Kleinen sogar mit Blinklichtern. Yasmin spielt Klavier waehred alle gemeinsam Jingle Bells singen. Dann singen wir auch noch die Einstiegsstrophen von O Tannenbaum, Stille Nacht und Alle Jahre wieder. Alle grinsen und lachen. Es herrscht eine tolle weihnachtliche Stimmung. Danach oeffnen wir die Geschenke. Anscheinend tauschen die anderen keine Gescheke aus. Ich schke ihnen was und die Kinder, Aliza und Sarodin schenken mir viele Sachen. Die Kinder suchen ihre Geschenke zusammen und stapeln sie auf dem Boden. Mir ist ein Raetsel, wie Sophia ihre Geschenke so schnell findet, obwohl sie nicht lesen kann. Muss wohl an dem rosa Geschenkpapier liegen. Ich bekomme zwei T-Shirts, zwei Bilder mit Rahmen, einen Fussball und von Sarodin ein edeles Hemd von der mittlerweile weltweit bekannten, malaysischen Modemarke British India. Ich bekomme von jedem Geschenke und jeder bekommt etwas von mir geschenkt. Auf den Geschenken steht ueberall „For XY. I love you“.

Meine Gasteltern und auch die Kinder freuen sich ueber mein Fotoalbum, welches ich mit ueber 100 Bildern aus diesem Jahr und weiteren Dingen verziert hatte. Am Ende habe ich mehrere Bilder eingeklebt, bei denen ich per Computer die Koepfe von allen ausgeschnitten und dann getauscht hatte und die dementsprechend lustig aussehen.

Schliesslich befindet sich auf dem Boden ein grosser Haufen mit Geschekpapier, denn alle habe ihre Geschenke ausgepackt. Die Kinder koennen nicht mehr still sitzen und rennen mit den neuen Spielzeugen herum. Ich bin sehr zufrieden mit der Geschenkewahl.

Sarodin und ich bereiten den Tisch fuer das Abendessen vor. Um diesem Weihnachten noch ein malaysisches Aroma zu geben, hatten wir uns entschieden, Nasi Biryani zu essen. Da faellt’s mir wieder ein. Aliza hat mir auch noch die Gewuerzmischungen fuer meine Lieblingsgerichte geschenkt: Biryani, Qurma, Curry.

Nach dem leckeren Hauptgang schneiden wir den Weihnachtskuchen an. Ich habe uebrigens in Deutschland nie so leckere Kuchen, wie von der malaysischen Koditoreikette Secret Receipe, gegessen. Noch immer sitzen alle mit Weihnachtsmuetzen am Tisch. Dann setzen wir uns ins Wohnzimmer, ich lasse auf  meinem Mac Weihnachtslieder laufen, die Kinder spielen, Aliza redet mit mir und Sarodin versucht sein neues Handy in Gang zu bringen. Langsam klingt dieser sehr schoene Heiligabend aus. Heimweh hatte und habe ich nicht. Ich wuensche allen noch eine schoene nachweihnachtliche Zeit und erholsame Ferien.

Montag, 24. Dezember 2007

Wasserpark Wet World


Gestern am Sonntagmorgen sind wir in den Wasserpark von Shah Alam gegangen. Wet World liegt im gruenen Park nahe der Blauen Moschee und dem Stadtzentrum. Es bietet die laengste Wasserrutsche Asiens.

Zunaechst war es nicht sehr voll und wir hatten viel Platz in den wenigen Becken zum spielen, aber nach und nach fuellte sich der kleine Park. Als dann schliesslich die Hauptattraktion, der Monsoon Buster oeffnete, waren die Becken bereits gerammelt voll. Ich bin sicher, dass der Monsoon Buster eine deutsche TueV-Pruefung nicht bestanden haette. Uebrigens tragen die meisten malaiischen Frauen ihr Kopftuch auch im Wasser oder stuelpen eine sockenartige Kopbedeckung ueber. Ausserdem sind nackte Oberkoerper rar, fast alle Maenner tragen Unterhemden oder T-Shirts.

Alle hatten viel Spass. Demnaechst wollen wir in den etwas modereren Wasserpark Sunway Lagoon gehen.

Am Nachmittag sind wir abermals ins Filmstudio gegangen, wo das Finale der Talentshow aufgenommen wurde. Die meisten kannten mich schon und so war es ueberhaupt nicht langweilig dort. Die Sendung bzw. die „Talente“ sind dennoch mieserabel.

Fraser’s Hill




Es ist Samstagmorgen als wir uns auf den Weg zum Fraser’s Hill machen. Fraser’s Hill ist eine Bergstation auf einer Hoehe von 1280 Metern und stellt neben Genting Highland ein beliebtes Ziel fuer Einheimische, die die Kuehle n diesen Hoehen geniessen wollen. Der Berg wurde nach seinem englischen Entdecker benannt, um dessen Machenschaften und mysterioesen Verschwinden es viele Geschichten gibt.

Sophia ist noch immer am winseln. Wir waren zum Fotostudio gefahren, um Bilder von ihr zu machen. Sophia hatte jedoch hoellische Angst alleine fotografiert zu werden und wiederstand jedem. Die Bilder braucht sie fuer die Schulanmeldung. Anders als Danial und Yasmin, wird Sophia erst sehr spaet, naemlich kommenden Januar, in den Kindergarten eingeschult. Die schmale Strasse windet sich durch eine atemberaubende Landschaft in die Hoehenzuege des Zentralgebirges hinauf. Als wir am Anfang der acht Kilometer-langen Hoehenstrasse ankomme, ist Danial bereits ein wenig uebel von der kurvenreichen Fahrt. Wir muessen warten den die Strasse auf den Fraser’s Hill darf nur im Wechsel eine Stunde lang entweder hinauf- oder heruntergefahren werden. Ich beschliesse einfach so weit ich komme hochzuwandern und gehe mit meiner Kamera und einem KitKat-Schokorigel bewaffnet los.

Ab und zu kommt mir ein Auto entgegen. Die Insassen glotzen mich unglaeubig an. Hier und da ist es nebelig und langsam wird es kuehler. Ich schau auf meine Uhr du erreche, dass in wenigen Minuten die Autos unten losfahren duerfen. Es dauert nicht lange, da faehrt auch schon Sarodin links heran, damit ich aufsteigen kann. Immerhin bin ich in Slippern sechs Kilometer bergauf gewandert und habe dafuer nur rund 45 Minuten benoetigt. Oben angekommen fahren wir zunaechst an den Haeusern im schottischen Baustil vorbei zur Moschee, damit gebetet werden kann. Danach fahren wir das kleine Strassennetz ab. Es herrschen keuhle 18 Grad. Grosse Unternehmen esitzen Bungalows und Villen um den Berggipfel herum. Es gibt sogar einen Golfplatz. Wir nehmen unser Mittagessen in der Naehe des Zentrums mit dem uhrturm ein. Hier gibt es ein kleines Postamt und weitere Haeuser im gleichen Baustil.

Zu meiner Freude gehen wir zu einem Durianstand und verschlingen gemeinsam zwei der scharfen Fruechte. Mittlerweiler regnet es in Stroemen und die gefuehlte Temperatur sinkt unter 10 Grad. Wir schauen uns noch andere Ecken des Huegels an, aber viel mehr als ein paar idyllische Haeuser und niedrige Temperaturen kann der Huegel nicht bieten, zumal wir nicht wandern gehen konnten. Deshalb fahren wir gegen Nachmittag wieder nach Hause.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Weihnachtsfeier



Gestern Abend bin ich mit Mirja, einer deutschen Austauschschuelerin, zum Wohnort unseres Chapterleaders gefahren. Von dort brachte er (Mr. Bernard) uns zu einem anderen Haus, in dem wir und einige seiner Kirchenfreunde ein Weihnachtsfest feiern wuerden. Das Haus war nicht grossarti mit Weihnachtsschmuck geschmueckt. Hier und dort waren Luftballons mit der Aufschrft „Merry Christmas“ aufgehangen. Aber im Wohnzimmer stand ein immerhin gut 1,5 Meter hoher kuenstlicher Plastik-Weihnachtsbaum, der mit einer Lichterkette und anderer Dekoration geschmueckt war.

Die meisten Gaeste waren noch nicht angekommen und so unterhielt ich mich zunaechst mit ein paar Leuten. Nach und nach kamen sowohl ethnische Inder, Chinesen und auch ein Malaiie christlichen Glaubens hinzu. Dann hielt Mr. Bernard eine Willkommensrede und forderte alle auf sich am Buffet zu bedienen. Nach dem Essen versammelten sich alle im Wohzimmer und wir sangen mehrere mehr oder weniger bekannte Weihnachtslieder. Ploetzlich polterte der Gastgeber in einem Weihnachtsmannkostuem gekleidet die Treppe herunter. Waehrend wir das letzte Lied zu Ende sange verteilte er Suesssigkeiten aus seinem Beutel an die Kinder. Dann ueerreichte der Weihnachtsmann einige kleine Geschenke und wir liessen uns mit ihm zusammen ablichten. Danach verteilte die Wichtelgeschenke, die vorher jeder Gast unter den Baum gelegt hatte.

Nachdem alle Geschenke verteilt waren, spielten wir einige Spiele. Bei einem dieser Spiele mussten sich fuenf Leute mit moeglichst langen Haaren auf Hocker setzten und sich von einer anderen Person in moeglichst kurzer Zeit die Haare mit zehn Gummiringen zusammen binden lassen. Ich hatte das Problem, das mein opfer relativ kurze Haare hatte und das Ergebnis dementsprechend lustig ausfiel.

Schliesslich verliessen die ersten Gaeste das Fest. Der Hausherr holte seinen Whiskey und spaeter spielten die Maenner Poker mit relativ hohen Betraegen, was ich aber schon gewoehnt bin von Deepavali.

Freitag, 14. Dezember 2007

Zoo & Dreharbeiten



Am Mittwoch und gestern hatte Aliza keinen normalen Arbeitstag. Sie muss wegen einigen Aufgaben bei der Produktion einer Talentshow fuer den nationalen Fernsehsender RTM anwesend sein. Da sich das Filmstudio direkt neben dem nationalen Zoo befindet, schlug Aliza vor, dass ich mit Danial & Co. den Vormittag im Zoo verbringe.

Wir stehen sehr frueh auf. In den letzten beiden Tagen habe ich leider nur rund acht Stunden Schlaf bekommen. Auch die anderen laufen muede durchs Haus. Danial vor Uebermuedung am weinen. Zuerst holen wir Aliza’s Nichte ab, denn sie moechte auch mitkommen.

Der Zoo ist sauber und vor allem flaechenmaessig klein. Die Tierhaltung erscheint mir sehr veraltet und nicht artgerecht. Einige Tiere laufen immergleiche runden und wirken deshalb gestoert. Innerhalb von nur zwei Stunden haben wir die grosse Runde im Zoo gemacht, sind in alle Hauser reingegangen und an jedem Gehege vorbeigegeangen. Nun kann ich mit Sicherheit sagen, dass dieser Zoo in keinem Vergleich zu dem hypermodernen Zoo in Singapur steht und Malaysia hier noch nachbessern muss. Dennoch ist der Zoo sehr bevoelkert und in kurzen Intervallen fahren klene Zuege auf der Hauptroute. Wir entschliessen uns schliesslich ebenfalls in einen dieser Zuege zu steigen. Die bruellende Hitze muss dem afrikanischen Loewen und dem Sumatratiger gefallen, den Pinguinen ist jedoch bestimmt nicht so wohl in ihrer Haut. Nicht verwundert bin ich, dass deren Gehege „vorruebergehend“ geschlossen ist. Unser Mittagessen nehmen wir im groessten, der ueber das Gelaende verstreuten, Fastfoodfilialen ein. Etwas besseres als Burger und Fritten bietet der Zoo nicht.

Nachdem wir uns gestaerkt haben, gehen wir zu einer kleinen Arena, wo gerade erst die Nachmittagsvorfuehrung begonnen hat. Ein paar Robben springen durch Ringe, klatschen mit ihren Flossen, als wuerden sie applaudieren und fuehren einige andere Kunststuecke vor. Dann wird das Publikum auf einmal unruhig. Ein ausgewachsener Orang Utan mit seiner roten Maehne schwingt ueber den Koepfen an einem Seil. Dann oeffnet er mit den Zaehnen und seinen Haenden eine Kokusnuss und das ist bewundernswert, denn ich weiss wie hart Kokusnuesse sind. Ausserdem bringt uns ein lustiger Kommentator zum Lachen.

Es ist bereits frueher Nachmittag als Aliza uns ins Studio fuehrt. Die dunkele Halle ist riesig, die Buehne hingegen klein. Die Eiseskaelte des Studios packt mich sofort. Es ist voellig unterkuehlt. Kurz darauf setze ich mich mit etwa zwanzig anderen Zuschauern auf Stuehle, um das Publikum zu spielen. Der name der Talentshow lautet „Hanya 90 Saat“, was soviel bedeutet wie: Nur 90 Sekunden. In neunzig Sekunden duerfen 18 bis 35-jaehrige etwas beliebiges auffuehren und werden anschliessend von einer Jury und uns bewertet. Die meisten Vorfuehrungen sind qualitativ schlecht und das bringen die Jurymitglieder auch mit brutalen Kommentaren zum Ausdruck. Die meisten der Jugendlichen singen langweilige Songs und haben in etwa das Gesangstalent eines Craig Antweilers. Es ist keine Liveuebertragung, weswegen dauernd geschnitten wird. Der Gastgeber leistet sich einige sprachliche Fehler, was den Produzenten leicht veraergert. Spaeter erzaehlt er mir, dass es in Malaysia sehr schwierig ist, professionelle, junge Showmaster zu finden, die der malaiischen Sprache maechtig sind. Spaeter am Abend wird abermals gedreht und dann schliesslich kann ich mein Dauergrinsen-fuer-die-Kamera abschalten. Die Sendung wird vermutlich im Fruehjahr gesendet.