Montag, 5. November 2007

Feiermonat Syawal





Der Feiermonat Syawal (Hari Raya) endet am kommenden Samstag. Es war eine tolle, erlebnisreiche Zeit. Ich habe viele Verwandte und Freunde wiedergetroffen, aber auch viele Unbekannte kennengelernt.

Vor einer Woche haben wir gemeinsam mit anderen Verwandten eine Familie in Negeri Sembilan besucht. Deren Vorfahren waren Teilnehmer am staatlichen „Felda“-programm. Damals vergab die malaysische Regierung Land zum bearbeiten, ein Haus und die noetigsten Infrastruktureinrichtungen an arme Menschen oder „Problemfamilien“, deren Mitglieder keine Arbeit finden konnten. Diese Gegenden sind sehr abgelegen und deshalb benoetigten wir fuer die eigentlich kurze Distanz mehr als drei Stunden.

Am gleichen Wochenende haben wir auch viele Freunde von Aliza getroffen und haben bei einer sehr netten Familie in Nilai vorbeigeschaut. Vergangenes Wochenende bin ich zu einigen „Open Houses“ meiner Klassenkameraden in Bukit Jelutong gegangen. Auch einige meiner AFS-Kollegen luden zu ihren Open Houses ein. Immer gibt es Tausende leckere, duftende Gerichte zu essen. Je nach Wohlstand variiert auch die Auswahl und haeufig auch die Qualitaet.

Ausserdem hat mich Sarodin zu einem Open House der Regierungspartei mitgenommen. Wir hatten natuerlich VIP-Erlaubnis. Die Veranstaltung war riesig. Jeder konnte sich an den zig Essensstaenden bekoestigen lassen. Die ueblichen Raya-Spezialitaeten sind immer zu haben: Lemang, Ketupat, Nasi Lemak, Rendang, Cendol. Diese Feier dient natuerlich auch zum Stimmengewinn fuer die bevorstehende Parlamentswahl. Selbst hier vergab der Gastgeber an Tausende Kinder die traditionellen Geldgeschenke in gruenen Papiertueten.

Mittlerweile bekam ich insgesamt ueber 200 Ringgit in kleinen Papiertueten zugesteckt. Das hoert sich viel an, aber malaiische Kinder koennen natuerlich noch viel mehr bekommen.

Aliza und Sarodin kommen mir sehr gluecklich vor, denn sie sehen viele Freunde nur einmal im Jahr und das ist eben in diesem Monat.

Freitag, 2. November 2007

Moral Values In School

Since last week we write our end-of-term-exams in school. Every day two to three papers of one subject have to be handed in. One type of paper only consists of objective questions with four given answers, whereas another form asks us to design an experiment.

Throughout the subjects I noticed again that the government tries to thump moral values into young Malaysians trough continuous repetetion. Even in the biology exam a question is about „noble scientific values in conducting an experiment“. In the morals paper the indoctrination is even more obvious as the answer for questions about ten different stories is always „responsibility“ or „respect“. Besides learning the moral values by heart we don’t discuss on anything else in the subject morals.

For sure it is a good idea to teach the people in behaving well, but this stuff is getting on my nerves. Instead of wasting the time for repetition of noble values we could better discuss about interesting topics.

Jahresend-Ueberprufungen

Seit vorletztem Donnerstag laufen die Jahresendueberpruefen an meiner Schule. Seitdem schreiben meine Klassenkameraden, ich und alle anderen Form 4-Schueler an meiner Schule jeden Tag Schularbeiten in einem Fachbereich. Ich schreibe alle Schularbeiten mit und bin damit meines Wissens nach der einzige Austauschschueler zur Zeit, der dies macht.

Die fuer mich wichtigsten Arbeiten kamen als allererstes: Malaiisch und Morals (Ethik auf Malaiisch). Wir sitzen waehrend den Arbeiten alle an Einzeltischen und Aufsichtslehrer beobachten uns von hinten.

Die Arbeiten bestehen meistens aus mehreren „Paper“ (Boegen) die ueber den Morgen verteilt sind. So haben wir heute beispielsweise in Physik vor der Schulpause „Paper 2“ geschrieben, dessen Fragen man mit eigenen Worten beantworten und den Loesungsweg zeigen muss. Nach der Pause fahren wir mit „Paper 3“ fort, in dem wir ein Experiment uns ausdenken muessen, um ein Phaenomen zu erklaeren oder eine Rechtmaessigkeit zu verifizieren. Hierbei muessen wir strenge wissenschaftlich Vorgehensweisen beachten. Schliesslich kommt „Paper 1“ in unsere Haende. Zu etwa 50 Fragen waehlt man eine von vier vorgegebenen Antworten aus.

Die Pruefeungen fangen mit Schulbeginn an und hoeren mit dem Klingeln der Schulglocke um 1350 auf. Wir bekommen die Frageboegen ausgeteilt, duerfen aber meistens noch nicht direkt beginnen, denn haeufig werden einige Fragestellungen und Antworten korrigiert, geaendert oder gestrichen. Diese Praxis und auch das haeufig schlechte Englisch in denen die Fragen formuliert sind verwirren mich haeufig.

Die meisten Schularbeiten sind mittlerweile schwierig. Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Unterrichtsstoff eines ganzen Schuljahres abgefragt wird. Man muss die Definitionen von Fachbegriffen auswendig wissen. Ich denke dieses System hat Vor- und Nachteile.

Da ich sehr viel gelernt habe, bin ich in der letzten Woche kaum aus dem Haus bekommen und habe prompt Fieber bekommen. Warscheinlich ist das ein Symptom dafuerr, dass das malaysische Schularbeitensystem zu anspruchsvoll ist.

Ich sehe eine truegerische Idee der Schulleitung dahinter, dass wir in der feierlichen Raya-Zeit die Arbeiten schreiben, im Gegensatz zu anderen Schulen, wo die Pruefeungen im Ramadan abgeschlossen wurden. Ich denke, dass die meisten Schueler nach den Arbeiten nicht mehr in der Schule erscheinen wuerden und meine Schulleitung genau das verhindern moechte.

Die schwierigsten Arbeiten habe ich hinter mir. Ich freue mich auf weitere Festlichkeiten und das indische Fest Deepavaali am 8. November.